Das Pflichtgebet und der Gebetsruf

Rhythmus des Tages: Gebet, Zeiten und der Ruf zum Gebet.

Nach der rituellen Waschung beginnt das Pflichtgebet, das aus festen Bewegungsabläufen und Koranrezitationen besteht. Im Gebet werden Körper, Verstand und Seele in einen gemeinsamen Akt des Gedenkens eingebunden. Für wenige Minuten unterbrechen Gläubige den Strom des Alltags und richten sich neu auf Allah aus.

Die Gebetszeiten folgen dem Lauf der Sonne und verändern sich je nach Jahreszeit und Ort. So entsteht über die ganze Welt hinweg ein fortlaufender Rhythmus der Anbetung. Im Gemeinschaftsgebet stehen Muslime Schulter an Schulter; das betont Gleichheit, Würde und Zusammenhalt aller Gläubigen.

Der Adhan, der Gebetsruf, erinnert an diese Zeiten. Er wird traditionell vom Minarett in arabischer Sprache vorgetragen. Seine Übersetzung lautet in Kurzform: Allah ist groß; ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt; ich bezeuge, dass Muhammed der Gesandte Allahs ist; kommt zum Gebet, kommt zum Heil. Damit rahmt der Gebetsruf den Tag mit Momenten, die den Menschen aus der reinen Betriebsamkeit lösen und ihn zur Nähe Allahs rufen.